Am vergangenen Samstag (12.05.2012) fand der MLP Marathon in Mannheim statt – ein so genannter “Dämmermarathon”, der erst um 18:30 Uhr startete. Da meine Cousine in Mannheim wohnt, nutzte ich die Gelegenheit, sie vorher noch zu besuchen und mich bei Ihr über Nacht einzuquartieren, was allerdings einige Tage vorher bereits abgesprochen war. Dies hatte zudem den großen Vorteil, dass sie mich mit dem Auto fast bis zum Start fahren konnte und es auch so ausgemacht war, dass sie mich nach dem Zieleinlauf auch dort wieder abholen würde. Tja – es sollte alles ganz anders kommen …
Der Mannheimer Rosengarten war überfüllt mit Läufern und ich wollte mich ungefähr 20 Minuten vor dem Start zu meinem Startblock (A3) bewegen. Dummerweise konnte man die Zugangsstraße zum Start nicht überqueren, da sie mit Bauzäunen gesperrt war. Die Veranstalter haben allerdings daran gedacht, eine Metallbrücke über diese Straße zu bauen, auf die dann zusammen mit mir gefühlte 200 Läufer auf einmal zustürmten, so dass es etliche Minuten dauerte, bis ich bei und schließlich über der Brücke war. Mir lief langsam die Zeit davon und ich nahm den erstbesten Eingang in den Startbereich (A2) – war zwar nicht mein Startblock (A3) – aber egal … Hauptsache auf der Startgeraden. Nach 10 weiteren Minuten begann der Start des Mannheim Marathons. Meine Taktik war, wie auch im vergangenen Jahr, bis km 20 nichts zu essen und erst ab dieser Kilometermarkierung dann mit den Powergels anzufangen – alle 5 km ein Gelbeutel. Die Zuschauerbeteiligung war recht gut und die Kinder am Straßenrand freuten sich über jeden Läufer, der ihre Hände beim Vorbeilaufen abklatschte. Wie ich bald bemerkte, hatte ich an diesem Tage wohl zu wenig gegessen, da ich wegen der Fahrt zu meiner Cousine nur eine Laugenbrezel und ein Snickers zu mir nahm. Zum Kaffee gab es zwar noch eine halbe Schneckennudel, was aber wohl in Anbetracht der zu absolvierenden Strecke viel zu wenig war. Das merkte ich dann nach genau 15 km, als mein Magen anfing zu knurren. Ein ganz schlechtes Zeichen, doch ich kämpfte mich weiter und begann dann ab km 18 mit der Einnahme eines Powergels, da genau bei dieser Kilometermarkierung auch Getränke gereicht wurden, die man unbedingt braucht, um zum einen diese klebrige Masse herunterzuspülen und diese dann im Magen auch noch so zu verdünnen, dass die Kohlenhydrate auch relativ schnell aufgenommen werden können. Dann kam ich an der Marathonweiche vorbei, wo man sich auch als Marathonläufer überlegen kann, abzubiegen und sich für den Halbmarathon werten zu lassen. An dieser Stelle hatte ich die ersten Selbstzweifel und ich hielt kurz darauf für ca. 45 Sekunden an, um mir die Sache durch den Kopf gehen zu lassen. Da aber wohl doch noch ein Funken Motivation in mir vorhanden war, den kompletten Marathon durchzustehen, lief ich weiter. Es ging über die Kurt-Schumacher-Brücke nach Ludwigshafen und kurz darauf merkte ich, wie mir kalt wurde. Beim Start um 18:30 Uhr war die Sonne noch einigermaßen vorhanden und ich dachte wirklich, ich könnte mit einer Kniehose und einem kurzen Laufshirt den Marathon laufen. An den Beinen fror ich nicht, aber obwohl ich noch ein Funktionsunterhemd unter dem kurzen Laufshirt trug, begann ich zu frösteln. Dies war der Anfang vom Ende. Meine Vermutung ist, dass mein Körper für die Aufrechterhaltung der Körperwärme zu viel Energie aufwenden musste und mir diese Energie letztendlich beim Laufen fehlte. Bei km 24 am Theater in Ludwigshafen brach ich schlussendlich den Marathon ab und stieg aus. Nichts ging mehr und beim Gedanken, jetzt “nur” noch 18 km laufen zu müssen, sank meine Motivation schlagartig. Neben den beiden bereits erwähnten Mankos, dass ich zu wenig gegessen hatte und ich zudem fror, kam sicher auch noch dazu, dass ich in den Wochen vor dem Marathon nur maximal 25 km im Training gelaufen bin und keinen einzigen Lauf über 30 km durchgeführt habe. Dies hat sicher auch zu diesem Ergebnis geführt.
Da ich mit meiner Cousine ausgemacht hatte, dass sie mich im Ziel wieder abholt, rief ich sie nun etwas früher über mein Handy an und lies mich von ihr in Ludwigshafen abholen. Allerdings dauerte es noch ungefähr 40 Minuten, die ich in der abendlichen Kälte warten musste, bis sie hier war und mich abholte. Bei ihr zu Hause angekommen, freute ich mich auf eine warme Dusche und stärkte mich mit Kaffee und zwei Stück Kuchen. Sehr spät wurde es an diesem Abend für mich auch nicht und ich ging dann um 00:15 Uhr ins Bett.
Am kommenden Tag dachte ich immer wieder über die beiden noch bevorstehenden Wettkämpfe nach (Challenge Kraichgau und Challenge Roth), die in 4 bzw. 8 Wochen auf mich warteten. Gedanken, alles abzusagen und dieses Jahr keine weiteren Wettkämpfe zu absolvieren, kamen mir immer wieder in den Sinn, doch letztendlich habe ich mich nun dazu durchgerungen, an beiden kommenden Triathlon-Wettkämpfe teilzunehmen. Als zwingende Voraussetzung dafür habe ich mir zum einen vorgenommen, das Training wie geplant durchzuziehen und zum anderen unbedingt noch 8 kg abzunehmen, um mir beim Challenge Roth den abschließenden Marathonlauf etwas zu “erleichtern”.
Dann heißt es nun also, keine Zeit zu verlieren und wieder voll in das Training einzusteigen – los geht’s …



